Volltext Seite (XML)
r Il^ Februar: est. l rann, bei ihrt, sucht inche zu Mts- imd Aiizeikebllltt für deu «bonnement Viertels. 1 M. 20 Pf. einschlietzl. bet .Jllustr. Unterhaltungsbl." u. der Humor. Beilage »Seifen blasen' in der Expedition, bei unfern Boten sowie bei allen Reichspostanstalten. Bezirk des Amtsgerichts Eibenstock und dessen Umgebung. Verantwortlicher Redakteur, Drucker und Verleger: Emil Hannebohn in Eibenstock. - 51. Jahrgang. —— r- Erscheln« wöchentlich drei Mal und zwar Dienstag, Donnerstag u. Sonn abend. Jnsertionspreis: die kleinspaltige Zeile 12 Pf. Im amtlichen Teile die gespaltene Zeile 30 Pf. Dienstag, deu 1. März SL Konkursverfahren. Das Konkursverfahren über das Vermögen des Gasthofsbesitzers k!mN v»lr»r in Schönheide wird mangels einer den Kosten des Verfahrens entsprechenden Masse eingestellt. Eibenstock, den 25. Februar 1904. Königliches Amtsgericht. Im Handelsregister des Königlichen Amtsgerichts Eibenstock ist heute auf Blatt 129 (Firma H- Hl«»»» in Eibenstock betr.) eingetragen worden in Abteilung I.: Die offene Handelsgesellschaft ist ausgelöst; in Abteilung II.: Der Kaufmann Ickax Jolrnrross Llsmoa ist ausgeschieden. Eibenstock, am 24. Februar 1904. Königliches Amtsgericht. Donnerstag, den 3. März 1904, vormittags ,11 Uhr sollen in der Restauration „Zum Ster»-' hier folgende daselbst eingestellte Pfänder, nämlich: c». 180 i« schwor,mercericierte Baumwolle, „ 60 ,, weist „ „ et« Stück schwarzseiden« Moir« und 7'/, k« roh« Seide an den Meistbietenden gegen sofortige Barzahlung versteigert werden. Eibenstock, am 29. Februar 1904. Der Gerichtsvollzieher des Königlichen Amtsgerichts. Holzversteigerung. Staatssorslrevier Wildenthal. In Drechslers Gasthof in Wildenthal sollen Montag, den 7. März 1004, von vormittags '/,11 Uhr an 6351 fichtene Klötzer, 7—15 cm stark, , > 4471 „ „ 16—22 , „ ! 3,», 3,» und 4 m lang, I Abt. 32, 39, 44, 70 u. 3372 , „ 23-45 , „ 1 / 88 (Kahlschläge -c.), 100 i m fichtene Brennhölzer, s gegen sofortig« Bezahlung und unter den vorher bekannt zu machenden Bedingungen versteigert werden. Die unterzeichnete Revierverwaltung erteilt über obige Hölzer nähere Auskunft. Wildenthal und Eibenstock, am 26. Februar 1904. «gl. Aorftrevirrvirwaltnng. «gl. Aorftr«ntamt. Schneider. Herlach. Holz-Versteigerung aus Schö nheider Staatssorstrevier. Im Hotel „zum Rathaus" in Schönheide sollen Dirnstag, drn 8. März 1904, von vormittags 9 Uhr an 772 weiche Stämme, 10—15 535 „ „ 16—19 172 „ „ 20—22 172 . , 23—34 2023 . Klötzer, 7-15 1608 „ „ 16—22 1318 , ,, 23—46 24 „ Deröllangen, 10—15 und cm stark, > 11—26 m lang, „ „ 3,-—4,o m , » » 11—12 m , 296,, rn> weiche Arennscheite, Arennknüppel und Kelte, 465 . , Stöcke, 893 , „ Streureiftg, in den Abteilungen 2, 3, 5, 6, 52 und 63 (Kahlschläge), 13, 34 u. 35 (im Einzelnen), — di« Brennhölzer kommen vor ' ,11 Uhr vormittags nicht zum Ausgebot — gegen sofortig« Bezahlung und unter den vorher bekannt zu machenden Bedingungen versteigert werden. Die unterzeichnete Revierverwaltung erteilt über obige Hölzer nähere Auskunft. Schönheide und Eibenstock, den 27. Februar 1904. «gl. Aorftrevierverwaltung. «g». Forstrentamt. Hoffmann. Herlach. eten. -nru? Ulkr «I. N uses in oird be- pedition Größen chst preis- siäsl, fftr. Serein ir, nachm. eiß-lk. , abends im»I»», tnnck. MM, dl. bruar hen. Tagesgeschichte. — Deutschland. Ein schwerer Schlag hat die Familie des Prinzen Heinrich und damit unser Kaiserhaus getroffen: Nach zweiwöchigem Krankenlager ist der jüngste Sohn de« Prinzen Heinrich, Prinz Heinrich ».Preußen, am Freitag im zarten Alter von 4 Jahren in Kiel sanft entschlafen. Der Kleine war ein frischer, lebhafter Junge. Da» zeigte er auch bei jenem Spiel, da» sein letzte« sein sollte. E» wurde darüber berichtet: Die beiden jüngsten Prinzen Sigismund und Heinrich spielten in Gegenwart mehrerer Angestellten »Eisenbahn" und hatten im Kinderzimmer Stühle in einer Reihe hintereinander aufgestellt. Prinz Heinrich sprang im Eifer auf einen Stuhl. Dieser kippte plötzlich und der Prinz stürzte kopfüber zur Erde. Dabei schlug er mit dem Schädel gegen die scharfe Stuhlkante und erhielt die schwere Verletzung, die nun den Tod herbeigesührt hat. So wenig den Eltern, deren Familienleben bisher al» besonder» glücklich anzuschen war, bei einem so herben Verlust von außen Trost gebracht werden kann, so werden ihm doch die vielen Beweise herzlicher Teilnahme wohltun, an denen e« nicht fehlt bei der großen Volkstümlichkeit, die sich Prinz Heinrich durch seine Tüchtigkeit im Dienste de» Vaterland«» und durch sein anspruchslose», freundliche» Wesen seit Jahren erworben hat. — In den Verhandlungen über einen neuen Handels vertrag zwischen Deutschland und Italien ist vollständige« Einverständni» erzielt worden. Der neue Vertrag soll nach Ucbereinkunft der beiden Regierungen gleichzeitig in Deutschland und in Italien veröffentlicht werden, sobald die« nach dem Stande der Verhandlungen mit anderen Staaten angängig erscheint. — England. Der großbritannischen Regierung und den für die Landesverteidigung verantwortlichen Behörden, dem Kriegs amt und der Admiralität, haben die ernsten Ereignisse Le« russisch japanischen Kriege» ernstlich zu Linken gegeben. Man sagt sich, wenn einer Macht wie Rußland von einem soviel schwächeren Gegner, wie der kleine Inselstaat Japan e« tatsächlich ist, Schläge zugefügt werden konnten, wer gibt dann eine Garantie, daß nicht auch England, gerate e» in einen ernstlichen Konflikt mit einer anderen Mach«, ähnliche Erfahrungen zu machen habe. Daß dabei in erster Linie an Deutschland gedacht wird, ist selbstver ständlich, weil ja in weiten Kreisen der englischen Bevölkerung noch immer die Befürchtung besteht, daß eine Invasion vom Kanal oder der Nordsee her möglich sei und daher beabsichtigt werden könne. Auch bezüglich Frankreich«, da» in etwa« auffallender Weise seine Bestände an Unterseebooten vermehrt hat, fühlt man sich trotz der jüngsten Freundschafl«beteuerungen und trotz de» Zustandekommen« de« Schied»gcrichl«vrrtrage« nicht ganz sicher. Schon im Verlaufe de« südafrikanischen Kriege«, der über die Mängel der Wehrfähigkeit England» keinen Zweifel ließ, war die Meinung durchgedrungen, daß die vorhandenen Befestigungen an der englischen Süd- und Ostküste dem Bedürfni» nicht genügten und nicht imstande seien, die Eventualität einer feindlichen Invasion völlig au»zuschalten. Seiten» der Admiralität wurde deshalb die Anlage mehrerer Flottenstützpunkte gefordert, die denn auch bereit« in der Ausführung begriffen sind oder für die eine baldige Inangriffnahme vorbereitet wird. Gleichzeitig begann da» KricgSamt eine durchgreisende Reorganisation der britischen Lanvarmce vorzunehmen und so auch diesen Faktor der Landesverteidigung künftigen größeren Ausgaben entsprechend auszugestalten. Die Leitung größerer englischer KricgSopcrationcn, die ja in den meisten Fällen eine seemännische gewesen ist, ist aber von jeher von dem Satze beherrscht worden, daß die Ver teidigung England» an der Außenlinie de» Feinoe» zu beginnen habe, d. h. daß die beste Verteidigung der Angriff sei. Dieser Parole getreu, hat auch jetzt wieder die Morinebehörde eine weitere Verstärkung der Kriegsflotte verlangt, indem sie in dem Voranschlag für den Marincetat 1904/05 nicht weniger al» 230 Millionen Mark allein für Neubauten fordert. Und da» ist noch nicht einmal der dritte Teil de« Flottenbuvget«, da» sich sür da« laufende Jahr auf nahezu 738 Millionen Mark gegen 689 Millionen im Vorjahr beläuft. Wie ernst r« England um eine Verstärkung seiner Floltenmacht zu tun ist, geht auch darau» hervor, daß zwei feiten» der chilenischen Regierung angebotene Krieq»schiffe angekauft worden sind, obwohl die Admiralität an fänglich selbst erklärt hatte, daß sie in die Formation der britischen Marine nicht hineinpaßlen und ihr Erwerb daher nicht em pfehlenswert sei. Nach dem Voranschlag de» Etat» für 1904/05 beträgt in England die Ausgabe allein sür die Marine 20 Mark pro Kopf der Bevölkerung. Die Hoffnung, daß die selbständigen Kolonien einen wesentlichen Teil dieser Ausgaben auf sich nehmen würden, hat sich nicht verwirklicht, und e» ist keine Aussicht vor handen, daß sie so bald verwirklicht werde. Industrie und Handel de« Jnsclreiche» haben unter dem scharfen Wettbewerb de« Aus lände« empfindliche Einbußen erlitten. Trotz alledem werden diese enormen Ausgaben von der Volksvertretung anstandslos bewilligt werden, denn in England ist auch der Mann au» dem Volke sich bewußt, daß ihre nationale Existenz und ihre Stellung Im internationalen Wettbewerb in fernerer Zukunft nur diejenigen Völker und Staaten behaupten können, die zur See geachtet und gefürchtet sind. — Der englischen Tibet-Expedition stellen sich Schwierigkeiten entgegen, die in der russcnfreundlichen Haltung der Tibetaner ihren Grund haben und den Engländern Anlaß zu ernstem Nachdenken geben werden. — Türkei. Die, Frkf. Ztg." berichtet au« Konstanti nopel vom 27. Februar: Der Herausgeber der hiesigen Zeit ungen »Serbe!" und „Malumat", Tahir Veh, der den Titel »Exzellenz" hat, ist mit seinen sämtlichen Redakteuren verhastet worden. Da» Erscheinen der genannten Blätter wurde eingestellt und alle» gerichtlich beschlagnahmt. Ferner sind mehrere Beamte de« Großvezieramte», sowie der Adjutant de» Großvezicr« ver haftet worden. Sie haben seit zwei Jahren Diplome über die Gewährung türkischer Orden an Au»länder gefälscht. Bisher sind gegen 90 Fälschungen solcher Diplome festgcstellt worden. Auch einige deutsche Inhaber türkischer Orden werken davon betroffen. — China, lieber Unruhen in China wird au» Pari» gemeldet: Chinesische Rebellen stürmten da» Arsenal Futschau und nahmen daselbst 10000 Kilogramm Pulver weg. Ein chi nesischer General wurde getötet. — Tientsin, 27. Februar. Der Boxerführer Tschu, der sich hier aushielt, ist verhastet worden. Die Generale Tschien und Ma protestierten gegen die Neutralität China». Die Ge nerale Juanschikai und Tjcljan forderten, wie chinesische Blätter melden, die Regierung auf, ein Schutz- und Trutz Bündni» mit Japan zu schließen. — Vom russisch-japanischen Krieg. Die russische Heeresleitung glaubt nunmehr völlige Klarheit über den japani schen FcldzugSplan zu haben. E» ist festgestcllt, daß bereit« Landungen japanischer Truppen in dem nordwestlichen Hafen von Korea, in Tschunampo, stattgefunden haben, welche teil» nach dem Daluflusse Erkundigungen unternehmen, «eil« Vorkehrungen zur Aufnahme der von Tschemulpo vorrückenden Hauptarmee treffen. Außerdem haben diese Mannschaften damit begonnen, läng« de« Flusse« Tanjönkang Befestigungen anzulegen. Gleich zeitig haben Landungen in Gensan (chin. Wönsan) stattgesunden, also in demjenigen Hafen an der Ostküste Korea», welcher Tschu nampo gegenüber liegt. Da nun auch von Gensan au« Be festigungen westwärts angelegt werden, so ist e» offenbar die Ab sicht der Japaner, an dieser Stelle durch Korea eine Ouerlinie von Befestigungen anzulegen, um hinter derselben da» mittlere und südliche Korea gegen jeden Einmarsch verteidigen zu können. Die Ouerlinie von Korea ist hier nur etwa 20 geographische Meilen lang, wobei noch zwei bedeutende Gebirgszüge die Ver teidigung erleichtern. Gelingt c» daher den Japanern, an etwa 8 Stellen stärkere Befestigungen zu schaffen, so würden sic da durch eine für die russische Armee schwer zu durchbrechende Rück zugslinie erhalten. Bemerkenswert ist, daß Lurch diesen Plan Japan bereit« die Möglichkeit zugibt, daß e« zu Lande keinerlei Waffenersolge erreichen würde und daß e« da» nördliche Korea mit einer Küste von nahezu 60 geographischen Meilen Rußland überlassen müßte. — Diese Berechnungen hindern natürlich nicht, daß Japan zunächst einen starken Vorstoß nach dem Haluflusse versuchen wird und man ist russischerseit« auch darauf gefaßt, daß die Japaner gleichzeitig LandungSversuchc westlich der Aalu- mündung unternehmen werden. Da« vor Port Arthur liegende japanische Geschwader hatte bereit« aus der Insel Haijüntao von der Elliotgruppe einen Flottenstützpunkt gesucht, wo der Hafen Thorton ziemlich ei«srei ist. Man nimmt daher an, daß die Japaner in Thorton bereit« einige Befestigungen angelegt haben, um von dort au« nötigenfalls in dem mandschurischen Hasen Taku-schan Truppen landen zu können. Jedenfall« werden bei den russischen Verteidigung«maßnahmen diese Möglichkeiten genau berücksichtig«. — Zwischen Japan und Korea ist am 23. d«. Mt«. ein Bündnisvertrag unterzeichnet worden. Der Vertrag sichert Korea die Unabhängigkeit und Integrität zu, sowie Japan die Mitarbeit an der Reform Korea« im Innern. - Wie wenig ernst diese Zusicherung von Integrität und Unabhängigkeit zu nehmen ist, zeigt die in Au«sicht genommene »Mitarbeit" Japan» bei der koreanischen .Reform". E» ist dieselbe Geschichte wie mit Rußland in der Mandschurei. Die nächste Konsequenz de» Abkommen» ist die allerding» wohl nicht sehr hoch cinzuschätzende