Suche löschen...
01-Frühausgabe Leipziger Tageblatt und Handelszeitung : 19.12.1914
- Titel
- 01-Frühausgabe
- Erscheinungsdatum
- 1914-12-19
- Sprache
- Deutsch
- Vorlage
- SLUB Dresden
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- Rechtehinweis
- Urheberrechtsschutz 1.0
- Nutzungshinweis
- Freier Zugang - Rechte vorbehalten 1.0
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id84535308X-19141219013
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id84535308X-1914121901
- OAI
- oai:de:slub-dresden:db:id-84535308X-1914121901
- Sammlungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
- Zeitungen
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Parlamentsperiode
- -
- Wahlperiode
- -
-
Zeitung
Leipziger Tageblatt und Handelszeitung
-
Jahr
1914
-
Monat
1914-12
- Tag 1914-12-19
-
Monat
1914-12
-
Jahr
1914
- Links
- Downloads
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
NllS Leipzig und Umgebung Leipzig, IS. Dezember. das fel-graue Schaufenster. Ist es wirklich erst ein Jahr her, bah wir die letzte Weihnacht feierten? Die Zeit kommt uns zu kurz nor, wenn wir jetzt durch die Straßen gehen und beobachten, wie überall sich die Hände regen, einer deutschen Weibnacht die Tore zu bereiten. Und leise müssen wir lächeln, wenn wir uns daran er innern, das; vor einem Jahre noch Wehrufe laut wurden: „Kauft deutsche Ware! Unterstützt den deutschen Kaufmann!" Was fremde Länder uno fremde Staaten nur erdacht und ersonnen hatten, gao sich zur Weihnachtszeit in Deutschland ein stark de- suchtes Stelldichein. Nichts war an und für sich jo gering oder gar minderwertig, das; es nicht durch ten Umhang eines kleinen sr:mdländischen Män telchens auf dem weißgcdeckten Gabentische rin Plätzchen hätte finden können. Und jetzt? Paris, du großes Zauberwort für die Damen, London, du Inbegriff aller Erdcnseligkeitcn für den nachlässig im Klubsessel hingelehntcn „eleganten" Herrn — wie ist so plötzlich euer Bann gebrochen! Ein Begriff nur setzt die Moden fest, treibt die Räder erfindungs reicher Maschinen, füllt die gleitenden Schaufenster, lenkt die Schritte der Käufer und Käuferinnen: Ieldgrau, die große deutsche Mode des Jahres 1914. Richt als ob die Farbe selbst in freier Willkür ihr Zepter schwingen könnte, als ob überall die Lätzen ich eintönig grau in grau malten, aber wo gäbe es auch nur eine Kleinigknt, von der nicht gesagt würde, das; sie auf irgendeine ilveise in „Feldgrau" gesteckt werden und so im Dienste des Vaterlandes Verwen dung finden könnte. Selten ist vielleicht die Ein mütigkeit des deutschen Volkes, seine nur auf das eine gerichteten Gedanken drastischer zum Ausdrua gekommen, als in dem „feldgrauen Schaufenster", wie es in diesem Kriegsjahrc über die Straften leuchtet. Da hängt über dem molligen P.lz der Zettel: „Für den Pattonillenrilt", der warmgefüttcrtc Ltieiel trägt den Vermerk: „Für den Schützen graben". das Briefpapier ziert die Aufschrift: „Fcld- postbriespapier", und was nur irgendwie Eßbares, Trinkbares und Rauchbares im Deurschen Reiche vor handen ist, das paradiert in leckerer Ausstellung und ruft: „Liebesgaben für unser: Krieger!" Und gar in jenem Zauberreiche, vor dem Knecht Ruprecht mit der Rute die freundliche Wacht hält, wie dehnt sich da das „Feldgrau" in ungeahnte Möglichkeiten! 26er je die leuchtenden Augen der Kinder gesehen hat, wenn sie hier das wiederfinden, was ihnen bis her nur unerrcnchbarer Wunsch deuchte, den Attila des Husaren, den Wasscnrock des Lanzers und das ganze Tausenderlei, das ihr» junge, kriegerische Brust ersehnte, der wird ein zärtliches Gefühl der Freude nicht unterdrücken können, daß so urplötzlich jung und alt, Verständige und kaum Ahnende dieselbe Freude unter dem Weihnachtsbaum beseelt. Und es verlohnt sich, einen Augenblick darüber nachzusiniicn, wie selbst hier in dem Kleinsten uiidAll- :äglichsten, in dem Schaufenster, an dem wir an jedem Tage voriibcrschreiten. das uns als etwas so Selbstverständliches dünkte, die große, stolze Zeit uns entgegenstrahlt. Was wir lielren, liegt draußen in den Schützengräben oder prescht auf Hindenburgs ver wegener Jagd die Feinde vor sich her, was wir wünschen und womit wir beglücken können, gilt diesen unseren tapferen „Feldgrauen". Der Widerschein ihrer Freude fällt auf uns zurück, und eigene Freude bereitet uns nur das. was auch ihnen Freude macht. Schmähe niemand das feldgraue Schaufenster, weil er glaubt, schon glänzendere Schaufenster gesellen zu haben. Es ist das erste deutsche Sck>aufenst:r, dessen ungeahnter Zauber sich vor uns auftut. * Das Eiserne Kreuz erhielt der Ofsizierstellver- lreler und Kompanieiührer im Landwehr-Inf.-Regt. Rr. 74 Hermann Lindemann, Filialleiter der Firma Lesser <L Liman in Leipzig. * Jubiläen. Rach Hunderten männlicher Jubi lars konnte jetzt die erste Mitarbeiterin des Hauses Breitkopf öe Härtel. Fräulein Agnes Kamprad, Falzerin in der Buchbinderei, das Jubelfest 25jährt- ger ununterbrochener Tätigkeit in diesem Betriebe begehen. Der Jubilarin wurden von der Geschäfts leitung durch Geh. Hofrat Dr. Bolkmann sowie von Ärbeitsgesährten und gefährtinncn vielfache Ehrungen zuteil. — Heute vollenden sich 25 Jahre, daß Herr Christoph Tiedemann in die Buch druckerei von Bär Hermann cintrat. Er war s:it- dcm ununterbrochen als Leiter der Buchbinderei abtcilung dieser Firma tätig. * Treue in der Arbeit! Mitten im Kriegslärm eine Ehrenseier iür Kämpfer der Arbeit. Es sind 34 Frauen und Männer gewesen, die gestern nach mittag im Grotzen Sitzungswalc der Handelskammer die Ehrenurkunde für 25jährigc und noch längere treue Arbeit bei ein und derselben Firma erhalten haben. Mit Vertretern ihrer Häuser waren sie gekommen, um in Gegenwart des Kammcr- olenums die schön gerahmte Urkunde aus der Hand des Herrn Vorsitzenden Kommerzienrat S ch m i d t zu empfangen. Es sind: Frau Handschleiferin Chri stiane Pauline verehelichte Beyer ged. Schaub (26) von der Fa. I. G. Schelter L Gicseckc. Schriftgießerei; Frau Handschleiferin Johanna Wilhelmine Auguste Adeline vcrw Fröbe geb. Büschel (251 von der- iclben Firma: Frau Abbrecherin Marie Albertine Antonie Kühner (25) von der Fa. I. G Schelter K Giesccke; Frl. Direktrice Helene Martha Schott <251 von der Fa. Phil. Penin, Gummiwarenfabrik, A.-G.; ferner die Herren: Buchhalter Paul Moritz Näch st c i n (25) von der Fa. Schimmel <K Co., Chemische Fabrik in Miltitz: Fertigmacher Johannes Carl Her mann Basse (26) von der Fa. I. G. Schelter L Giesecke, Schristgicnerei Kutscher Job. Fr. Berger<25) von der Fa. Jul. Jäger, Posthatterci; Kontorist Hugo Rudolf Bittner (25) von der Fa Schimmel L Co.. Chemische Fabrik in Miltitz: Mesjerciarberler Gustav Bley (25) von der Fa. Franz Schlabach, E. in. b.H.; Expedient Paul Otto Döring (2b) von der Fa. Meier L Weichelt, Eisengießerei; Schlosser Carl Julius Wilhelm Fritzsche (25) von der Fa. 2. G. Schelter d. Giesccke, Schriftgießerei; Schristgießer Gustav Adolf George (20) von derselben Firma; Kistenbauer Wilhelm Groß <26) von der Fa. Karl Krause, Maschinenfabrrk; Markthelfer Ernst Paul Günther >25) van der Fa. Berndt, Lax L Co. Werkzeug-, Stahl- und Kurzwarenhandlung; Hobler Friedrich August Herzog (2V) von der Firma Karl Krause. Maschinenfabrik: Mechaniker Franz Heinrich Hcumann (28) von der Fa Schelter L Giesccke, Schrijtgicßerei; Hausmann Karl Friedrich Heyne (38) von der Fa. L G. Lentsch. Speditionsgeschäft; Schlosser Hermann Paul Höhme (25) von der Fa. I. G Schelter «K Gicseckc, Schriftgießerei; Kesselheizer Andreas Erdmonn Richard Kell er (28, von derselben Finna: Former Friedrich K e 1 le r (28) von der Fa. Karl Kraute. Maschinenfabrik; Arbeiter Friedrich Kring (25) non der Fa Meier Weichelt, Eisen gießerei; schristgießer Friedrich Reinhold Kroditzsch (2V) von der Fa. I. E. Schelter äc Giesecke, Schriftgießerei; Former 7 r L ,.1r Mit »losy —Cholera —Natron-Pfeffermünz-.Hance-Tee — Kakao —Rt wli'f.r - antifcpt.Wi'NSw sfer - Huben - Nerven - Hals- n ? ovj chm?rr-rabl'Äcn - '-riuot m ma' .re.uer: Rum, Wak, Ko.,not, Pun ch, coud. Milch, Milchkaffee, Köln. W. ss" ""i yttätn' O.rr n',w' I.... HosWlhcke M mim Mer k KUX, Hainstraffe r». Bis auf weiteres sind Feldpostbriefe bis 250 -r zulässia' Da« rn. 7.- , « . m- L Keitrli8ekt8-fe«lipll8!-üi.iefk unü -PMZls ciith. Armec-LcholokaSe. Keks, Lcbknchru, ^ataownrfcl, Kaffee, Tee. M Ich Putter Honia Flciia. vabetrn in LUvcn. Rum. Arat, Kognat, Liköre, G' vg-Pralin.s, Mur.ipan n w„ m'l Cn'.i'tb naichci- weih nach» Ul' ausgeualtet, empfiehlt in großer Auswahl in allen Prei-lagen Oll««» tttlvi», AiWz, KiikMssittft I, Illkphox ZperlllliiLi: Lebokoilldö, Xo.isiiül'en, sup rien ^pmesdeüsps. iieis«« Hermann Otto Krüger (25) von der Fa. Meier Weichelt, Eisengießerei; Markthelfer Gustav Adolf Langeniüel >25) von der Fa. Franz Schirmer Schmucksevcr- und Llumenfabrik; Lagerist Carl Ferdlnand Meinelt (25) von der Fa. Lüdolff L Piek, Tapisseriewarensabrik: Expedient Hermann Müller (25) von der Fa. Meier Weichelt. Eisengießerei; Bohrer Gustav Hermann Richter (26) von der Firma 2. G. Scheller L Giesecke, Schristgießecei; Schriftgießer Friedrich Wilhelm Schneider (26) von derselben Firma; Monteur Friedrich Wilhelm Siebung (25) von derselben Firma; Former Carl Hermann W a d e w i tz (26) von der Firma Karl Krause, Maschinenfabrik; Gie- ßcreiarbeuer Carl Gottlieb Wendt (26) von der selben Frma; Markthelser Friedrich Oskar Wittig (25) von der Fa Eutbier L Co, Färbereibedarfs- artikelgeschäft; Weitzeugausgeber Wilhelm Karl Wittig (26) von der Firma Karl Krause, Maschinen fabrik und Arbeiter Friedrich Ludwig Zschammer (25) von der Firma Meier <k Weichelt, Eisen gießerei. * Freiwillige Helfer überali. 10060 Tafeln Schokolade sowie einen namhaften Geldbetrag hat als Weihnachtsgabe die Hohenlohes che Nähr- mitlelfabrit A.-E. zu Gerabronn in Württem berg, Cassel und Berlin für unsere tapseren Krieger im Felde gespendet. " Die Christbaumfeier sür seine Kinderadteilungen veranstaltet der hiesige Allgemeine Turn verein morgen Sonntag, abends 7 Uhr, in «einer neuen Turnhalle, Lep.aystraße 11. Ein Schauturnen der Kinder wird vorangehen. Für die Eltern und die übrigen Pereinsmitglieder, sowie eingefühnc Gäste ist die Galerie geöffnet. * Bitte um Weihnachtsgaben für unsere verwun deten Krieger in Leipzig. Bei der 3. Kompanie des Ersatz-Bataillons des Jnf.-Regts. Nr 107 befinden sich zurzeit 1150 Mann, darunter etwa 1000 aus dem Felde zurückgekehrte Verwundete. Wo die bekannte Leipziger Opferwilligkeir augenblicklich mit Recht unsere im Feloe stehenden Krieger mit Weihnachts gaben bedenkt, darf auch derer nicht vergessen weroen, die bereils mit ihrem Blute unsere bisherigen Erfolge bezahlten und die sich herzlich freuen würden, wenn auch ihrer in Dankbarkeit gedacht würde. Die unterzeichnete Kom panie bittet daher um gütige Uebcrsendung von Weihnachtsgaben aller Art (z B. Zigarren, Tabak. Tabakspfeifen und -beutel, Briefpapier, Weihnachtsstollen. Pfefferkuchen uno sonstige Eß- wa.cn. Tailbenmesser, Hosenträger, Strümpfe, Ta schentücher) oder um lieber,enüunz vcn Geldbeträgen. Die Kompanie wird am 23. Dezember, 7 Ilhr, im Saale des „Goldenen Helms" in Eutritzsch eine ein fache Weihnachtsfeier init Vorträgen abhaltcn, zu der alle Förderer dieses Unternehmens freund lichst eingeladen sind Freundlich zugedachte Sendungen bittet man zu richten an die 3. Kompanie des Ersatz- Bataillons Jnf.-Regts. 167, Kaserne 107. Jnf.-Regts., Leipzig-Gohlis. * 2m Panorama findet heute abend zum Besten der Kriegsnotspendc wieder ein Konzert statt, dem ein reicher Ertrag zu wünsche» ist. Die Ortsgruppe Leipzig des Deutschnationalen Handlnngsgehilsenverbandks wird, dem bisyerigen Gebrauch solgeno, auch in diesem Jabre ihren Mit gliedern und Freunden Gelegenheit geben, die Kinder durch eine Wcihnachtsvorstellung im Schau spielhaus, an, 2. Weihnachtsfeiertage 11 Uhr vor mittags, besonders zu erfreuen. Es wird das seiner schönen Ausstattung wegen so gern gesehene Märchen spiel „Wie der Wald in die Stadt kam" über die Bühne gehen. Karten für Erwachsene und Kinder sind in der Geschäftsstelle des Berbandes. Promc- nadcnstraße 10, erhältlich. * Kirchliche Nachrichten. Tie am vorigen Sonn tag in der Emmauskirche (L.-Seuerhauscn) wegen Erkrankung eines Mitwirkendcn ausgefallene Chor musik soll nächsten Sonntag (k Advents stattfindcn. * Wkihnaihlsbeschervng im Ajtoria-Lichtspielhaus. Fröhliche Weihnachtsstimmung herrschte gestern nark mittag in den oberen Räumen des Astoria-Lichrspie) krauses, wo sich etwa 150 taubstumme Kinder, weiter. 75 hilfsbedürftige Leipziger und 30 österreichische Kinder zur Bescherung durch die Leitung des Lickri jpieitrausrs einqefunden hatten. Bor der Bescherung wurde das stimmungsvolle Schauspiel „Weik nachtsglocken 1914" den kleinen geladenen (stoffen vorgcführt. dos auch für die nächsten Tage mit in den Spiekplan ausgenommen worden ist. Es cnthäl, eine große Reihe prächtiger und mit künstlerischem Empfinden aufgcnommener Bilder, bei denen erste Theaterkräste mitgewirkt haben. Von besonderer Schönheit sind die herrlichen Szenen, die sich in den vornehmen Räumen eines gräflichen Schlosses am heiligen Abend abspielen. Das Krafenpaar will )war diesmal den strahlenden Lichterglanz des Ehnstbaumes nicht sehen, da der älteste Sohn im Felde steht, aber just noch zur rechten Zeit treffen der Grarcnsohn und ein Kamerad, der ihm bei einem Gefecht das Leben rettete, in der Heimat zur Er holung ein. Im Schlosse ist hierüber natürlich die .^reude groß, und das Christfest w'«D G fröhlichst, r Stimmung gefeiert. Sogar eine Verlobung kommt schließlich zustande. Nachdem die kleinen Gäste des „Astoria" sich an dem hübschen Weihnachts wiel erfreut hatten, erschien auch ihnen Knecht Ruprecht mit einem riesigen Korb voll Geschenken, die ein allerliebster Wcihnachtsengel an die er wartungsfrohe Kinüerschar unter den Klängen des Wcihnachtsliedes verteilte. Die Freude unier den Beschenkten war natürlich groß. Aber nicht nur hilisbedürstiger Kinder hat sich die Leitung des „Astoria" angenommen, sondern auch bereits unserer tapferen Kämpfer im Felde gedacht. Es sind nicht weniger als 7 Zentner Liebesgaben abgesandt worden. Ferner wurden gestiftet: 2000 . (t sür Oester reicher, 600 .8 für Leipzig, 500 U für Halle. 200 X für Dresden. Weiter 100 Flaschen Kognak. 150 Pakete Gebäck, 72 Pfeifen, 72 Pakete Tabak. 200 Pakete Zigarren und etwa 50 Paar Socken. Auch werden die Angehörigen der im Felde stehenden Angestellten unterstützt, und zwar werden Monatsunterstützungen von 30 X, 50 Ai und 100 X gezahlt. " Ein Wohltaligkeitsabend zur Linderung der Kriegsnöte im Ortsteil Anger-Crottendorf wurde kürzlich von einer größeren Anzahl von Vereinen rm „Albertgarten" veranstaltet. Es wirkten mit der Eemngverenr Karl Krause unter Leitung seines Lhormeisteis Otto Ludwig, weiter Frau Forkmann - Sack, die die Anweienden durch verschiedene Lieder erfreute. Herr und Fräulein Siegelt, die Borträge mit Klavierbegleitung boten. Mit besonderer Freude wurden die sorgfältig ausgeführten Darbietungen des Allgem. Turnvereins Leipzig-Anger-Cr. begrüßt. Die treffliche und martige Ansprache des Pastors Hahne löste jubelnde Be geisterung aus. ebenso «and dos von Mitgliedern des „Jugendoereins von Leipzig-Anger Er." dar gestellte Lebensbild von Ernst Wichert „Das Eiserne Kreuz" regen Beifall. Den Höhepunkt des Abends l'ildelen die vom Allgem. Turnverein Leipzia- Anger-Cr. gestellten „Lebenden Bilder", deren treff lich verbindenven Text Pfarrer R e i n h a r d t ver faßt hatte. Nach dem letzten Bilde sand die große Begeisterung im gemeinsamen Gesänge „O Deutich- land hoch in Ehren" und dem «pontan darauf folgenden „Deutschland über alles" einen überwäl tigenden Ausdruck Die Veranstaltung brachte einen ganz ansehnlichen Reingewinn, der mit einstim migem Äeichluß des Ausschusses zum großen Teil dem hier bestehenden Lhrlstbescherungskomitee zur entsprechenden Verwendung zugewiejen wurde. Ein zweiter Wohltätigtertsadend findet am dritten Weihnachtsfeiertag abermals im „Albertgarten" start. * Schillerallend. Die morgen Sonntag, abends 8 Uhr, im Saale Löhrstraße 7 stattfindende vaterländische Abendfeier des Vereins für Volks wohl wird den Geist Schillers atmen Ohertehrer Alired Ritzsche wird einen Lichtbildervo trag über Schillers Leben und Wirken halten, und die litc- rarisch-dicnnatlsche Abteilung des Vereins wird unter Leitung von Dr. Mar M end heim zwei Szenen aus Schillers Wilhelm Teil auifiihren. Der Zutritt zu dieser anregenden Veranstaltung ist frei sür jedermann — Für Mittwoch, den 23. De zember, nachmittags 5 Uhr. ist ein Lichtbildervor- trag über Ostpreußen für Kinder angesetzt, den wiederum Oberlehrer Nitzche übernommen hat. Eintrittskarten zu dieser Kinderstunde sind kostenlos in der Geschäftsstelle des Vereins für Bokkswohl zn entnehmen. Der Leipziger Männerchor veranstaltet als seine 17. vaterländoche Darbietung mit Genehmigung des Garnison-Kommandos eine Weihnachtsfeier für unsere Garnison am Dienstag, den 22. Dezember abends 8'/« in der Albenhalle zu Leip zig Hierbei wirken mit: Konzertsängerin Frl. Char lotte Mäder (Sopran«, die Herren V. Schwenke (Tenor), M. d B. und Paul Teichmann (Bariton) M. V. B. Die Ansprache hat Pfarrer Paul Wer- mann freundlichst übernommen Die Chorgesänge nehmen auf die Weihnachtszeit Bezug auch kommen allgemeine Gesänge und vor allem fröhliche Sol oatenlieder zum Vortrag Eintrittskarten sind nur in sehr geringer Anzahl bei C A Klemm Reu markt 28 zu entnehmen, da tast die ganze Albert- Halle der Garnison zur Perfügung gesellt worden ist. um unser» zurzeit hier weilenden tapseren Griegern eine Weihnachtssreude zu bereiten * Verein iiir Voltsunterkaltunsrn T«r - weite gwxe V«vsiunieskqlluna>aten>' in k-iekrm Amte, find« heute, -Ämnodenh, den 19 Dezember, abends >/»8 Uhr, in der Älbert Kalle statt De» wih'eilschasnichen Lorlrag halt Lberlehrcc Dr. Roty ube, ..Tic wirtschaftliche» Verhältnisse m Deutschland und Ausland". Für den künstlerischen Teil oes Äbendo l«ben ihre Müwirkunq zugesagt: Der Konzerisünger Dr. LSolsgang Rosenthal, Hoi- Uonzert'neister üavemann, Lchauipiclcr Huth, serncr Organist Alfred Schilling und der Sangerchor dec Lberrealschule unter Leitung des (Nesairglehrers Mar liest. Die Hlavierbegleitung liegt in den vänden von A. Nestler. * Klöpplerinnennot! Im Interesse vieler in bittere Not geratener Klöpplerinnen findet auf viel fachen Wunsch noch einmal eine Ausstellung und einVerkauf erzgebirgischer Klöppelarbeiten statt, und zwar heute Sonnabend, den 19. De zember, von vorm. 12 Uor bis abends 8 Ilhr im „Auguste-Schmiöt-Haus", Dresdner Straße 7. Die Arbeiten sind von oen Heimarbeiterinnen selbst mit sehr wohlseilen Preisen versehen. Der Erlös stießt ihnen unverkürzt zu. '. Abhanden gekommene Wäsche. Einer Schleußiger Wäscherin in um Nachmittage des vergangenen Dienstages von einem Handwagen auf dem Wege von Plagwitz nach Großochocher eine Menge 0. 8. »nd . . ». gezeichnete Wäsche abhanden gekommen. Wer über den Verbleib der Wäsche etwas angeben lann, wolle dies oem Poltzeiamt mitteilen. O Mas ei» Häkchen werden will . . . Ein ^jäh riger Ächullnabe hat türzluk aus einem 2ackett, das an einem Zaune in der Nähe des Restaurants zum Pluttstahl ln der Bornalichen straße hing, 7 entwendet. Der Beuohlene wird ersucht, sich beim Polizeiaml zu melden. L. Wo stammt der Kaffee her? Am 28. vor. Mts. will ein hier seilgenommener: Alberter an der Lutherkirche einen Sack irisch gebrannten Kaffee, etwa 7 Kilo schwer, gesunden haben. Vermutlich ist der Kaffee der sich rn einem ungezeichneten dünnen Leinwanosuck befand, geirohlen worden. Wer über die Herkunft des Kaffees Angaben machen kann, wolle Lies der Polizei mrtreilen. Eine Anzahl Fußabtreter sind neuerdings in einem Hause der Weststraße verschwunden. Od Diebstahl oder ein Dummerzungenstrerch vorliegt, konnte nicht mit Sicherheit festgestellt werden. Soll ten auch anderwärts Fußabtreter weggekommen sein, jo wolle man dies der nächsten Wache anzeigen. * Mockau, 18. Dezember. Am Sonntag vormittag ^ ,11 Uhr findet in der hiesigen Kirche ein Kinder gottesdienst statt. * Großdeuben» 18. Dezember. 2m Gemein nützigen Verein zu Grogdeuben hielt am ver gangenen Sonntag Leqrer Kubin einen Vortrag mit zar,reichen Lichtbildern über den Weltkrieg 1914. Ten Ertrag riefelte der Gemernnützige Verein ungekürzt an den Kriegshtlssausschuft ad Der Hilst ausschuft sandte Len aus Großdeuben im Felde nehenoen Kriegern sowie an das 19. Armeekorps reichliche Liebesgaben. Außerdem unterstützt der Hrlssausjchuft vedürstige Fanntten tm Orte uno zahlt unter anderem Vie Krankeittaftenbetträge für 65 ver heiratete Einberufene werter. Das Eiserne Kreuz erhielten von Großdeuben bis jetzt 3 Krieger. fius öen Lichtspielhäusern. Leipzig, 19. Dezember. Die Vaterland-Lichtspiele am Roßplatz (Cast Bauer) warten diesmal mit einem neuen, großen dramatischen Schauspiel auf, in dem kein Geringerer als Albert Basser mann, wohl gegenwärtig Deutschlands bekanntester Schauspieler, die Haupt rolle spielt. Wie auf den Brettern, die die Welt be deuten, hat Bassermann auch in dem vieraktigen Filmschausviel „Der König", in Szene gesetzt von Max Mack, eine seiner hervorragendsten Leistungen geschaffen. Die Handlung ist kurz folgende: Ein Schauspieler heiratet eine Kollegin, die aber schon bald nach der Hochzeit zu sieche» beginnt. Nur kurz ist daher das glückliche Familienleben. Nach kaum zwei Jahren, als der Schausplller eines Tages von einer Theaterprobe heimkehrt, hat ihm der Tod die über alles geliebte Gattin entrissen. Das stille Glück des Hauses ist nun das hübsche Töchterchen; doch auch dieses wird von der schliichenden Krankheit, von welcher die Mutter hinweggerafst wurde, ergriffen. Der Vater ahnt das tragische Geschick des langen Menschenkindes und pflegt es deshalb aufs sorg fältigste. Ergreifend sind die Szenen, die sich abends, wenn der Schauspieler zu seinem todkranken Kinde zu- rückgekehrt ist, in dem trauten Heime abspielen. Eines Tages, als der Vater im Theater die Rolle eines Königs zu spielen hat. bittet das Kind, den Vater nur einmal als König spielen sehen ,zu dürfen, aber dieser kann den Wunsch nicht erfüllen, denn er weiß, daß es todkrank ist. Bekümmert eilt er ins Theater. Doch das Kind kann dem Wunsche, den Vater als König zu sehen, nicht widerstehen; es ver schafft sich Zutritt zur Bühn:, auf der eben der Schluß alt gespielt wird. Mitten im Spiel erkenn! der Vater jein krankes Töchterchen und schließt es erschrocken in seine Arme. In diesem Augenblick raubt der Tod ihm auch dieses, es stirbt, bedeckt mit d:m Hermelin mantel des Königs. Die Darstellungskunst Albert Bassermanns und sein unübertreffliches Minenspiel. Las bei den scharfen Lichtbildern vorzüglich zur Gei rung kommt, sichert dem hervorragenden Film natur gemäß einen glänzenden Erfolg. Aus dem neuen Spielplan sei dann noch besonders das sinnige Weih nachtsspicl „Das Geschenk des Weihnächte mau ns" und das prächtige Drama „Das Auge des Buddha" besonders erwähnt, sowie schließ lich die beiden Krstgsfilms „Meßter-Woche Nr. 11" und die „Eiko-Woche Rr. 15" mit den neuesten Auf nahmen von den Kriegsschauplätzen. Säcbsiscbe Nachfiörlen Dresden, 17. Dezember. * Kirchenrat Dr. Blochmnnn Am 16. Dezember stark hier im X3. Lebensjahre Herr Kirchenrat Dr. Carl Ludwig Blochmann, Superintencent i. R. Er war zuletzt in Pirna Superintendent und trat 1896 in den Ruhestand. -» —o— Pirna, 18. Dezember. Eine wohlgemeinte Anr:gung auf dem Gebiete praktischer Sozialpolitik wurde im hiesigen Stadtverordnetenkollegium ge geben. Es wurde der Vorschlag gemacht, land wirtschaftlich ungenutzte Flächen tm Stadtgebiete für das künftige Frühjahr ärmeren Familien zur Erbauung von Kartoffeln, Gemüse und Futtermitteln zu überlasten. In seiner nächsten Sitzung will sich das Kollegium des Weiteren mit dieser Ang'lcgenheit befassen. * Auerbach, 17. Dezember Auf Sem am Montag hier abgehattenen Bezirkstag wurde die Ge- Währung von Zuschüssen zur Reichsunterstützung an bedürftige Kricgsteitnehmerfamitten in Höhe von 50 Proz für die Ekeirauen und von 20 Proz. für jedes Kind beschlossen. Dagegen wurde die Ge währung von Darlehen an alle Hilfsbedürftigen zur Bezahlung der Miete abgelehnt, da ein allgemeiner Notstand in dieser Richtung nicht anerkannt werden konnte. * Hohndors, 18 Dez. Gestern nachmittag wurden im kiesigen Steinkohlenbergwerk „Bereinigtseid" durch hereinbrechende Gesteinsmasten die Bergarbeiter Görner und Seidel verschüttet. Beide konnten noch lebend zutage gefordert werden, haben ober schwere Verletzungen erlitten.
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)