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90 SPEZIAL-NUMMER DER LEIPZIGER MONATSCHRIFT FÜR TEXTILINDUSTRIE. [No. ITT. dcrcbänder, in schmal und breit, in ziemlich starkem Begehr, und in letzterem Artikel, der einesteils für Krawatten, andernteils zur Garni tur der so beliebt gewordenen leichten Panama hüte für den Sommer Verwendung fand, ver mochte die langsame Produktion den Bedarf oft nicht zu befriedigen. Auch schmale Kasch mirs waren für Kleiderbesatz etwas gefragt. Im Herbst wurden dann Raycs in allen nur denkbaren Variationen hauptsächlich in recht bunten Farbenzusammenstellungen, ferner Ecossais in den bekannten schottischen Mustern und auch in modernen Tönen, wie Reseda, vieux bleu, in größeren Quantitäten bestellt. Daneben behielten das ganze Jahr Chinas ihre führende Rolle, und es sieht fast so aus, als ob diese kettgedruckten Bänder sich als Stapel artikel einbürgern wollten und mehr als Nou- veaute zu behandeln wären. . Dieser Artikel ■wird eben zu äußerst billigen Preisen pro duziert, die dieses elegante und hübsche Band auch dem großen Konsum zugänglich machen. Allerdings wetteifern auch Künstler, Drucker und Fabrikant, um durch neue, geschickte Zeichnungen und Farbenzusammenstellungen dem Genre immer neue Reize zu verleihen. Leider hat sich die deutsche Konkurrenz auch dieses Artikels immer mehr bemächtigt und denselben in ganz billigen Preislagen gebracht, wobei allerdings auch die Qualitäten er schreckend gering waren. Dadurch liegt die Gefahr nahe, daß das Genre in Mißkredit kommt. An E'arben hatte man wieder eine reiche, oft nur zu reiche Auswahl und Abwechslung. Neben den klassischen Farben waren Reseda, Mousse und Vieux-Bleu sowie Zwetschken blau, ferner ganz helles (Champagne eine Zeit lang stark gefragt, die erfolgreichste Neuheit waren jedoch rote Töne, Sherry-Brandy, Wein rot in allen Schattierungen, vom kräftigen Bordeaux bis zum helleren Vieux-Rouge, und diese beliebten Farben erhielten sich bis Ende des Jahres in ungeschwächter Gunst. Im Herbst wurden die Glaces anfänglich schwach, später in größeren Quantitäten aufgenommen, und es werden in Paris diese effektvollen Bänder auf Modellhüten für den Sommer viel und gern verwendet. Der Baseler Export an reinseidenen Bändern gestaltete sich in Francs folgendermaßen: 1905 1906 England . 24 663 000 24 241 000 Vereinigte Staaten . . . 5 448 000 3 708 000 Britisch-Nordamerika . 1 828 000 2 222 000 Frankreich . 1 873 000 2 047 000 Australien 850 000 819 000 Deutschland .... 368 000 687 000 Österreich 506 000 800 000 Italien 368 000 488 000 Spanien Mexiko, Zentral- 238 000 244 000 und Südamerika . . . 1 010 925 1 651 300 Im Jahre 1906 kamen auch die neuen Handelsverträge mit Frankreich, Deutsch land und Österreich zum Abschluß. Mit Frankreich wurde eine Verständigung ermög licht, die für Bänder den bisherigen Zoll ansatz bestehen läßt; Basel wird also auch für die Folge eine beschränkte Möglichkeit von Verkäufen nach Paris haben. Österreich hat die Ansätze wesentlich erhöht, Deutsch land reduziert. Es wird jedoch nach letzterem Lande ein Import in größerem Maßstabe trotz dem kaum möglich sein, da die Bandindustrie im Lande selbst sich bedeutend entwickelt hat. Italiens Außenhandel mit Seide und Seidenwaren im Jahre 1906. Der Außenhandel Italiens mit Erzeug nissen der Seidenindustrie gestaltete sich im verflossenen Jahre nach dem Bulletin des Soies et des Soieries folgendermaßen: Rohstoff und gesponnene Seide. Seidenraupen ¬ Einfuhr Ausfuhr 1906 kg 1905 kg 1906 kg 1905 kg eier 4672 10234 2149 2594 Frische Kokons 189900 226900 73800 122600 Getrocknete Kokons 5400800 4646500 191500 199300 Rohseide, asiatische 1864800 1401800 — — „ europäische 538900 855300 6256200 5159400 Filierte Seide 101300 2l'.)(i00 4163200 3981400 Gefärbte , 719275 766665 46943 127544 Kunstseide, un ¬ gefärbt 12899 275 — — , gefärbt 8079 2338 — — Abfälle von roher Seide: Flockseide, Flo rettseide und Seide von Doppelkokons 1144600 879800 1348600 1519800 Andere 1206300 1085900 1567300 1356900 Abfälle von ge kämmter Seide 32200 16900 298200 352100 Abfälle von ge sponnener Seide 76000 69000 1007000 1043200 Nähseide 12555 9046 48802 37276 Von diesen Mengen wurden im Ver edlungsverkehr zum Färben ausgeführt: 377500 kg filierte Seide und 4400 kg ge sponnene Seidenabfälle; wiederausgeführt 296000 kg gekämmte Seidenabfälle, die als rohe zur Veredelung eingeführt worden waren; zum Kämmen eingeführt: 1803100 kg rohe Seidenabfälle; nach dem Färben im Auslande wiederein geführt: 679812 kg gefärbte Seide und 8800 kg gefärbte Seidenabfälle. Seidenwaren. Herkunfts- Einfuhr Ausfuhr Zusammen ein- schließl. an derer Länder 390012 450303 1254410 1277421. und 1905 1906 1905 1906 Bestimmungslän der kg kg kg kg (Isterreich-Ungarn 9086 9724 31434 40198 Belgien .... — — 766 8707 Frankreich . . . 128553 120445 244712 174687 Deutschland . . 192144 233144 42544 74119 Großbritannien 18356 24905 171130 126136 Malta . . . . — — 10184 8913 Spanien .... — — 2'.»65 1405 Schweiz .... 39559 57491 324528 327580 Türkei .... — — 195973 192594 Engi. Besitzungen in Asien . . . — — 14796 6266 Afrika .... — — 92580 102044 Nordamerika . . — — 37727 71920 Mittel- und Süd ¬ amerika . . . — — 63668 125921 Textilwaren auf dem griechischen Markt. Der österr.-ung. Konsul in Patras teilt in seinem Jahresbericht pro 1906 über in Griechenland gangbare Textilwaren u. a. fol gendes mit: F'lanellstoffe aus Wolle werden aus England importiert. Bunte baumwollene Flanellstoffe werden aus England, Italien und Deutschland in der Breite von 65—75 cm und im Preise von Cts. 0,40—0,51 pro m bezogen.) Bedruckte Baumwollstoffe, wie Bat- tist, I’iquä, Basmas, Cabot, Musselin und be druckte Satins, werden fast ausschließlich aus England und Frankreich beordert. Deutsch land und Italien gelingt es hie und da, kleinere Partien zu billigeren Preisen zu plazieren. Gangbare Breite 70—140 cm. Preis Francs 0,50—1,70 pro m. Schirting, T-Kloth und Twills werden von der österr.-ungar. Monarchie und Eng land geliefert. An der Einfuhr von weißen und bunten B a u m w o 11 g e w e b e n, wie Dokuma und Zephiren, erscheinen England, Österreich- Ungarn und Italien beteiligt. England liefert nur weiße Ware. Baumwollene M ö b e 1 s t o f f e werden meistens in England und Italien bestellt. Von Frankreich und Italien werden wollene und halbseidene importiert. Tüllvorhänge werden nur von England in ordinären Sorten versendet. Preise von Frs. 0,22—1 pro m. Totalimport i. J. 1906 = 25 000 Frs. Coutilartikel. In der Einfuhr dieses Artikels waren wie zuvor Belgien und Eng land in der Proportion von interessiert. Die gangbaren Breiten sind von 75—130 cm und die Preise von Frs. 0,80—2 pro m. Dieser Artikel wird auch in Piräus erzeugt. Madapolam wird hauptsächlich aus Eng land bezogen. Frankreich partizipiert auch mit einem Sechstel an der Gesamteinfuhr. Die verlangten Breiten sind von 70—75 und 86 cm und die Preise von Cts. 0,25—0,65 pro m. Gesamtimport 1906 = 150 000 Frs. Laufteppiche (Meterware) kommen aus der österr.-ungar. Monarchie und England. Import 1906 = 5000—6000 Frs. Fantasiedamenkleiderstoffe werden in den feineren Sorten von Frankreich, Deutsch land und Österreich-Ungarn bezogen. Ordi näre Ware wird in Piräeus erzeugt. Die französische Ware wurde mit 2—6 Frs. pro m bezahlt. Merinos und Serge in der Breite von 80—130 cm werden meistens aus Frankreich und England bezogen. Cheviots und andere Sorten Herren kleiderstoffe werden von England, Frank reich und Deutschland importiert in der ge wöhnlichen Breite von 140 cm. Seidene und halbseidene Stoffe liefern die Schweiz, Frankreich und Deutschland in der Breite von 60—70 cm. Preise für die seidenen 2—3 Frs., halbseidene Frs. 0,90—1,50 pro m. Die japanischen, in Deutschland ge färbten Louisine, Taffetas, Musseline und Pongäes werden von Frs. 1 —1,50 bezahlt und die halbseidenen Satins in einer Farbe (unis) von Frs. 1—1,20 pro m je nach der Farbe, Gesamtimport 1906 — 10 000 Frs. Seidene Velours werden von Deutsch land und Frankreich in der Breite von 60 bis 70 cm und im Preise von Frs. 2—3,50 auf den Markt gebracht. Halbseidene Ve lours gleicher Provenienz und derselben Breite wurden mit Frs. 1—2,50 pro ra bezahlt. Import i. J. 1906 = 4000 Frs. Seidene und halbseidene Damassös für Kleider kommen aus Italien, Deutschland und der Schweiz in der Breite von 60—70 cm. Preise für die ersteren 2—4 Frs. und für die zweiten Frs. 1,50—3 pro m. Wollene und baumwollene Damassös zum Überziehen von wattierten Bettdecken werden in der Breite von 75 bis 120 cm und Frs. 1—2,50 pro m von Eng land importiert. Konsum ungefähr 6000 Frs. Plüsche und Velvets. Deutschland und Frankreich liefern seidene Plüsche im Preise von 2—3 Frs.; seidene Velvets im Preise von 2—3 Frs. und halbseidene Velvets zu 1—2 Frs. pro m. Gesamteinfuhr i. J. 1906 = 6000 Frs.