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Vorrichtung zum färben, Dämpfen, Jauchen, Bleichen und imprägnieren von Jaumwollgeweben in breitem Zustande und in ununterbrochenem /irbeitsgange von Stanilaus Krosnowski in St. Petersburg. (D. R.-P. Nr. 246205.) Vorliegende Neuerung bezieht sieh auf eine Vorrichtung zum Färben, Dämpfen, Bäuchen, Bleichen usw. von Baumwollgeweben von der Art, daß das Gewebe während des Arbeitsprozesses in ausgebreitetem, jedoch ungespanntem Zustande verbleibt und die Behandlungskammer ununter brochen durchläuft. Die Patentschrift äußert sich darüber wie folgt: „Die mannigfach zu diesem Zwecke angewendeten bisherigen Einrichtungen sind nicht ganz von Übelständen frei, wenn auch einige unter ihnen ziemlich ausgedehnte Anwendung gefunden haben. Die meistenteils bisher angewandten Dampfkammern, bei denen das Gewebe zwischen Walzen in die Dampfatmosphäre und aus ihr heraustritt, wo bei es die Kammer in Faltenform durchwandert, weisen den Übelstand auf, daß die Spannung des Dampfes, welche zwecks intensiver Behand lung der Ware zwei Atmosphären betragen muß, deswegen auf bedeutend geringerer Stufe gehalten werden muß, weil die Dichtung am Ein- und Ausgang des Gewebes nicht vollständig bewirkt werden kann. In letzter Zeit hat man es versucht, die Ein- und Ausführung der Gewebebahn aus der Behandlungskammer unter vollständig dichtendem Abschluß dadurch zu bewirken, daß die Gewebebahn durch einen von einer Walze zugedeckten, in einer Mulde befindlichen Schlitz ein- und ausgeführt wurde. Jedoch auch diese Einrichtung hat sich nicht bewährt, weil das Gewebe in beträchtlichem Maße durch die Muldenpressung ange strengt wird und bei manchen Stoffarten, wie z. B. bei bedruckten Geweben, die gedämpft werden sollen, überhaupt nicht einer Pressung unterliegen kann. Auch das Taglianische Verfahren entsprach nicht vollkommen den ah dasselbe geknüpften Erwartungen, was darin seinen Grund hat, daß die vor und hinter der Maschine befindlichen Flüssig keitssäulen, welche den Abschluß der Behandlungskammer gegen die Außenluft bilden und durch welche das Gewebe wandert, bei einiger maßen beträchtlichem Druck eine ungewöhnlich große Höhe erhalten müssen. Unter solchen Umständen hat man die alten Dampfkasten den neueren Arbeitsmethoden, wit welchen doch nur Unannehmlichkeiten verbunden waren, vorgezogen, wenn man, um sich die Vorteile einer hohen Dampfspannung dienstbar zu machen, nicht zur unterbrochenen Arbeitsweise seine Zuflucht nahm, die darin bestand, daß die Stoffbahn in Deckenform in einen Kochkessel eingefahren und hier unter Alt wicklung von einer auf die andere Walze einer Dämpfung unterzogen wurde. Gemäß vorliegender Erfindung nun wird eine neue Vorrichtung vorgeschlagen, welche bei ununterbrochenem Arbeitsgange die Anwendung hohen Druckes gestattet, wobei die Gewebebahn in losem, ungespanntem Zustande durch die Maschine geführt und auf ihrem Wege verschiedene Male mit den notwendigen Lösungen imprägniert wird. Die Vorrichtung setzt sich aus drei Kammern in der Weise zusammen, daß einer stets unter Druck stehenden Behandlungskammer am Wareneingang eine Beladekammer und am Warenausgang eine Entladekammer zugeordnet ist, die nur zeitweise, d. h. während sie mit der mittleren Behandlungs kammer in Verbindung stehen, unter Druck gesetzt werden, zeitweise dagegen, d. h. dann, wenn sie mit der Außenluft in Verbindung treten, gegen die Mittelkammer abgeschlossen und vom Überdruck befreit werden. Während die Ware in der Beladekammer und der Entlade kammer nur zeitweise bewegt wird, durchläuft sie die eigentliche Be handlungskammer fortlaufend. Die Beladekammer steht zwecks Zuführung der Ware gewöhnlich mit der Außenluft in Verbindung und wird, nachdem sie sich mit Ware gefüllt hat, gegen die Außenluft abge schlossen und nach Unterdrucksetzung mit der Behandlungskammer zwecks Abgabe der aufgespeicherten Ware in dieselbe zeitweise in Ver bindung gebracht. Die Entladekammer dagegen steht gewöhnlich mit der Behandlungskammer in Verbindung und wird gegen dieselbe nur dann abgesperrt und nach außen geöffnet, wenn der darin aufgespeicherte Warenvorrat aus der Maschine befördert werden soll. Die durch die neue Vorrichtung bedingte Führung des Gewebes geht somit darauf hinaus, daß die Stoffbahn vor und hinter der Maschine sowie in der Behandlungskammer fortlaufend bewegt wird, während in der Belade kammer und in der Entladekammer die Bewegung eine periodische ist. Der Erfindungsgegenstand ist in den Abbildungen zur Darstellung gekommen, und zwar bedeutet: Fig. 1 einen Längsschnitt durch die neue Einrichtung in schema ¬ tischer Ausführungsform, Fig. 2 einen Schnitt durch die Beladekammer, woraus die Art der Beförderung des Gutes aus der Beladekammer naah der Behand lungskammer ersichtlich ist. Fig. 3 endlich zeigt einen geeigneten Schieberverschluß, wie er bei der Einführung der Ware in die Belade- bzw. Entladekammer Ver wendung finden kann. Die neue Vorrichtung zerfällt in die drei Kammern I, II, III, wovon in folgendem in Richtung des Warenlaufs die erstere Belade kammer, die mittlere Behandlungskammer und die letzte Entladekammer genannt werden soll. Die Behandlungskammer II, welche bei Ver wendung derselben zu Bleichzwecken ständig unter 2 Atm. Druck ge halten wird, besitzt mehrere Tröge 1, 2, 3, 4, 5, 6, in welchen die Ware aufgespeichert wird, um in losem Zustande, und zwar während einer langen Zeit, der Dampfeinwirkung ausgesetzt zu werden. Beim Übergang von einem Trog zum andern geht die Ware über die Breit halter 7, 8, sowie durch Quetsch werke 9. In den Laugentrögen 10, deren in Fig. 1 drei dargestellt sind, einer geeigneten Flüssigkeit. Die Tröge 10 stehen durch das Rohr 11 untereinander in Verbindung, und es kann die in ihnen befindliche Flüssigkeit mittels einer selbsttätigen Regelvorrichtung auf einer be- stimmten Höhe erhalten werden. Die Kammern I und III dienen zum Aufspeichern der Ware beim Beladen bzw. Entladen der Vor richtung. In der Zeit, wo in die Beladekammer I kein Wareneingaug und aus der Entladekammer III erfährt sie eine Tränkung mit kein Warenausgang stattfindet, stehen die Behandlungskammer II und die Entladekannner 111 in Verbindung. Der Durchgangsschlitz 12 in der Trennwand 13 zwischen den Kammern II und 111 ist hierbei ge öffnet, und die Ware bewegt sich aus der Behandlungskammer II von links nach rechts, um in der Entladekammer III durch den Falten leger 14 auf dem Tische 15 in Falten gelegt zu werden. Gleichzeitig findet in der Beladekammer I, die von der Behandlungskammer 11 durch den Schieber 16 abgesperrt sein kann, das Vorbereiten einer neuen Ladung statt. Die Gewebebahn wird hierzu durch den Ein führungsschlitz 17, der zu diesem Zwecke zeitweise geöffnet ist, durch geleitet und mittels des Faltenlegers 18 bekannter Bauart auf dem Tische 19 aufgestapelt. Nach Aufspeicherung einer genügenden Waren menge in den Kammern I und III findet die Überführung der Ware aus der Kammer I in die Kammer II bzw. aus der Kammer III nach außen in folgender Weise statt: Die Durchgangsschlitze 12 und 17 werden zu gleicher Zeit mittels der Drosselschieber 20 und 21 geschlossen. Eine beispielsweise Aus führungsform der Drosselschieber ist aus der Fig. 3 ersichtlich. Die Schieberplatten 20 werden mittels der Stangen 22 auf und nieder bewegt und gleiten in einer Führung 23. Hierbei wird das Gewebe durch die Schieberplatten 20 gegen eine zweckmäßig elastische Abschluß leiste 24 gepreßt, derart, daß eine dampfdichte Absperrung des Durch gangsschlitzes bei ruhendem Gewebe bewerkstelligt wird. Hierauf wird die Kammer I mittels eines geeigneten Ventiles mit dem Dampfkessel verbunden, derart, daß sie sich mit Dampf füllen kann, während die Kammer III durch Öffnung eines Abdampfventiles mit der freien Atmo sphäre verbunden wird. Nachdem der mittels des Ventiles 25 regel bare Druck zu beiden Seiten des Schiebers 16 dem Druck der Kammer II und der Druck zu beiden Seiten des Schiebers 26 in der Kammer 111 dem atmosphärischen Druck gleich geworden ist, wird das Dampf zuführungsventil der Kammer I und das Dampfableitungsventil der Kammer II geschlossen, die Schieber 16 und 25 emporgezogen, die Tafeltische 19 und 15 um die Achsen 27 und 28 mittels der mit den Schiebern 16 und 26 verbundenen Hebelanordnung 29, 30 gekippt und die Ware auf der einen Seite in den Trog 1 (Fig. 2) und auf anderen Seite aus der Kammer III herausbefördert. Hierauf werden die Schieber 16 und 26 geschlossen, die Tische 19 und 15 in ihre ursprüngliche Stellung gebracht, das Ventil, welches die Verbindung