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dessen auf Wolle bei Gegenwart von Kupfersalzen ohne weiteres aus geschlossen. Mit Hilfe des vorliegenden Verfahrens werden daher zwei technische, wichtige Fortschritte erreicht; einerseits die Erzeugung von unvergrünlichem Anilinschwarz auf Wolle und andererseits die Herstellung von weißen und bunten Atzungen auf schwarzem Grunde. Der durch die Verwendung von so abgeänderten Anilinschwarz mischungen erzielte technische Fortschritt besteht also darin, eine in der Kälte sehr beständige Farbe zu ergeben, ohne daß eine vorzeitige Oxydation in der Klotzbrühe oder in der Druckfarbe, im Farbtrog oder auf der Faser, selbst beim Trocknen, stattfindet, so daß der damit gepflatschte bzw. bedruckte Stoff mit Ätzfarben bedruckt werden kann, bevor eine Oxydation, d. h. Anfärbung der Faser, stattfindet. Nur unter diesen Bedingungen ist bekanntlich eine Anilinschwarzmischung in der Technik des Zeugsdrucks zu gebrauchen. Die gleiche Farbe kann im verdickten Zustande zur Erzeugung von schwarzen Mustern für sich allein oder mit anderen Dampffarben gebraucht werden. Die Schwarzerzeugung kann auf Wolle in sämtlichen Bearbeitungs zuständen erfolgen; am leichtesten natürlich geht sie auf Wollgeweben vor sich, wie sie im Zeugdruck gebraucht werden. Die gleiche Farbe kann im verdickten Zustande zur Erzeugung von schwarzen Mustern für sich allein oder mit anderen Dampffarben gebraucht werden. In allen diesen Fällen wird die Entwicklung der Farbe durch ein Verhängen bei höherer Temperatur bzw. durch ein kurzes Dämpfen bewirkt. Auch eine Nachbehandlung mit Chromsäure oder ihren Salzen ist für die Entwicklung von Glattschwarz angängig. Zur Fixierung der anderen mitgedruckten Farben kann nach Bedarf die Dämpfzeit verlängert werden; nach der Entwicklung wird geseift und gewaschen. Das vorliegende Verfahren sei an folgenden Beispielen erläutert und gleichzeitig sei erwähnt, daß der Zusatz von Paraphenylendiamin in wechselnden Mengen stattfinden kann; er ist aber nach oben durch den kupfrigen Ton begrenzt, den das Schwarz bei zu großen Zugaben annimmt. 1. Beispiel. Glattschwarz auf entfetteter Wolle. Man tränkt die Wolle gründlich im folgenden Bade, quetscht aus und trocknet nachher: 120 g Anilinchlorhydrat, 150 g heißes Wasser, 180 g Tragantschleim 1 / lü , 8 g Paraphenylendiamin oder Paraaminophenol, 100 g Wasser, 65 g Natriumchlorat, 150 g Wasser, 160 g Essigsäure 7° Be., 20 g Ammoniumvanadat 1 / 1000 , auf 1 Liter Bad stellen. Man dämpft während 1 bis 2 Minuten, seift und trocknet. 2. Beispiel. Glattschwarz auf schwach chlorierter Wolle bzw. Halbwolle. I 85 g Anilinchlorhydrat, |180 g Wasser, 70 g Essigsäure 7° Be., 35 g Anilinöl, { 4 g Paraphenylendiamin, 100 g Wasser, 65 g Natriumchlorat, 150 g Wasser, I 20 g Ammoniumvanadat 1 / 1000 ] 40 g Bleinitrat 6 / 1000 , auf 1 Liter Bad stellen. Die Fertigstellung geschieht wie im Beispiel 1. 3. Beispiel. Ätzweiß auf Schwarz nach Beispiel 2. Für weiße und bunte Ätzungen wird folgende Stammätze benutzt: 500 g Zinkoxydteig 100 / #0 , 180 g Natriumacetat krist., 400 g Hyraldit W oder Hydrosulfit NFW, 400 g Stärke-Tragantverdickung, welche auf nicht entwickeltes Glattschwarz aufgedruckt und, wie erwähnt, fertiggestellt wird. 4. Beispiel. Für den direkten Aufdruck: 120 g Anilinchlorhydrat, 5 g Anilinöl, 100 g Stärke, 80 g gebrannte Stärke, 4 g Paraphenylendiamin, 320 g Wasser, 65 g Natriumchlorat, 150 g Wasser, 20 g Ammoniumvanadat 40 g Bleinitrat 5 /iooo oder 15 g gelbes Blutlaugensalz. Man verhängt in der Hitze während mehrerer Stunden, seift und trocknet. Verjähren zum ^drucken von Gewebebahnen aus pflanz lichen oder tierischen fasern von Carl Winternits und Paul Zaeslü in Budapest. (D. R.-P. Nr. 241241.) Das Bedrucken von Gewebebahnen erfolgt bekanntlich in der Weise, daß die zum Bedrucken verwendeten Farben ein Verdickungs mittel zugesetzt erhalten, um das Festhalten der Farbe auf der Grund lage herbeizuführen. Dieses Mittel wird dann nach fertiggestelltem Druck ausgewaschen. Als solche Mittel sind verschiedene Stoffe verwendet worden, ins besondere kommen hier in Betracht: Gummi, British Gum, Traganth und besonders Weizenstärke. Die Verwendung dieser Stoffe ist teils sehr kostspielig, teils gibt sie unvollkommene Resultate, weil die Aus waschung Schwierigkeiten macht, komplizierte Verfahren erfordert und trotzdem nicht hinreichend vollständig ist. Man hat auch versucht, lösliche Stärken als Verdickungsmittel zu benutzen; diese haben aber den großen Nachteil, daß sie kein genügendes Verdickungsvermögen besitzen. Falls die Umwandlung nicht vollständig ist, hat die lösliche Stärke zwar genügende Konsistenz, aber keine genügende Klebkraft. Die Verdickung ist bei Anwendung solcher Stärke zu kurz, so daß sie wegen mangelnder Klebkraft nicht mit Erfolg verwendet werden kann. Gemäß der Patentschrift, der wir hier folgen, wird nun bei dem vorliegenden neuen Verfahren als Verdickung ozonisierte Stärke benutzt. Man rührt nämlich die Druckfarbe mit dieser ozonisierten Stärkeverdickung an, z. B. Kartoffelstärke, Weizen-, Mais-, Reis- und überhaupt alle anderen Stärkearten. Die Ozonisierung erfolgt nach irgendeinem bekannten Verfahren. Man erhält aus diesen ozonisierten Stärken ein ausgezeichnetes Verdickungsmittel, das ein großes Verdickungsvermögen besitzt, auch nach eingetretenem Erkalten und längerem Stehen klebrig und zugig bleibt, was Vorbedingung für eine gebrauchsfähige Verdickung ist. Außerdem ist diese ozonisierte Stärke in heißem Wasser sehr leicht löslich, bedeutend leichter als z. B. lösliche Stärke. Die ozonisierte Stärke läßt sich daher bedeutend leichter von der Faser entfernen als andere Verdickungsmittel. Wird ozonisierte Stärke in Verbindung mit einer Druckfarbe benutzt und die damit bedruckte Gewebebahn mit warmem Wasser behandelt, so zeigt sich, daß dies V erdickungsmittel sich ohne Mühe vollständig auswaschen läßt, und daß sich bedeutend klarere, tiefere und waschechtere Abtönungen ergeben als bei den Ver fahren mit den bekannten Mitteln. Auch wird das Verfahren gemäß der Erfindung ganz unvergleich lich billiger, und die Waschechtheit der bedruckten Stoffe nimmt sehr zu, weil die mit ozonisierter Stärke bereiteten Farben erheblich leichter in die Fasern der Gewebebahnen eindringen. Das Verfahren besteht in der Hauptsache, wie schon erwähnt, darin, daß den Farben ein Zusatz von ozonisierter Stärke gegeben wird; alsdann erfolgt das Bedrucken der Gewebebahnen und schließlich in bekannter Weise deren Auswaschen.