Programmrichtlinie

Der Freistaat Sachsen unterstützt die Digitalisierung von Beständen aus wissenschaftlichen und öffentlichen Bibliotheken sowie von bedeutsamem Schriftgut aus weiteren Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen mit Landesbezug. Die wichtigsten Informationen zur Teilnahme finden Sie hier und detailliert in der ausführlichen Programmrichtlinie zum Download (PDF).

1. Welche Institutionen können ihre Bestände zur Digitalisierung vorschlagen?

Sächsischen Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen, die über noch nicht digitalisierte, aufgrund ihres unikalen oder sammlungsspezifischen Charakters besondere Bestände mit Landesbezug verfügen, können am Programm teilnehmen.

2. Was kann im Digitalisierungsprogramm bearbeitet werden?

Für die Digitalisierung von Einzelstücken und besonderen Sammlungen können Sie Druck- und Handschriften mit einem besonderen historischen oder kulturellen Wert vorschlagen.
Auch die Aufnahme anderer Medien wie Musikalien, Fotografien oder Karten in das Programm ist möglich.
Bei akuter Gefahr von Informationsverlusten bei stark geschädigten Originalen ist die Digitalisierung zur Sicherung von Informationen unter Beachtung der konservatorischen Belange möglich.

3. Wie erfolgt die Auswahl der zu digitalisierenden Werke?

Als besitzende Institution treffen Sie die inhaltliche Auswahl der Werke in Kooperation mit der Koordinierungsstelle Digitale Bibliothek an der SLUB anhand einer durch Sie bereitgestellten Titellliste. Dabei können Sie geeignete Bestände sowohl nach thematischen, inhaltlichen oder auch sammlungshistorischen Aspekten zusammenstellen.

4. Welche Voraussetzungen zur Projekteilnahme sind zu erfüllen?

  • Das zu digitalisierende Werk sollte noch nicht in digitaler Form vorliegen.
  • Als besitzende Institution obliegt Ihnen die Rechteklärung der zu digitalisierenden Materialien und weisen diese in der Antragsphase nach. Bitte berücksichtigen dabei besonders eventuell vorliegende Urheber-, Persönlichkeits- und Leistungsschutzrechte.
  • Das zur Digitalisierung vorgesehene Werk hat unikalen Charakter oder besondere Seltenheit, eine hohe wissenschaftliche Relevanz oder eine nachweislich starke Nachfrage.
  • Der konservatorische Zustand des zur Digitalisierung vorgesehenen Werkes lässt eine Digitalisierung zu.
  • Die erforderlichen Metadaten (Katalogisate bzw. Erschließungsdaten) sind vorhanden. Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Erschließung von Originalen im Projekt durchgeführt werden. Sprechen Sie uns dazu gern an.
  • Neben der Einbindung der Digitalisate in die eigenen Web-Auftritte Erklären Sie sich als die besitzende Institution bereit, die Metadaten unter der Lizenz CC0 für die Präsentation der Digitalisate im Rahmen des Landesdigitalisierungsprogramms sowie in der Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB) und Europeana und vergleichbaren Portalen zur Verfügung zu stellen. Ebenfalls stimmen Sie der Volltextgenerierung und Weitergabe der Daten über offene Schnittstellen wird zu. Die entstehenden Digitalisate werden - sofern möglich - unter einer offenen Lizenz, z.B. CC-BY-SA veröffentlicht.
  • Für den Projektzeitraum gewährleisten Sie, dass die notwendige Unterstützung vor Ort geleistet werden kann (z.b. für Materialauswahl, Bestandsvorbereitung) und qualifizierte Ansprechpartner/innen verfügbar sind.

 

5. Wer ist Ansprechpartner für Pojektvorschläge im Rahmen des Programms?

Die Koordinierung des Landesdigitalisierungsprogramms Wissenschaft und Kultur in Sachsen liegt in Händen der SLUB. Bitte wenden Sie sich mit Ihren Digitalisierungsvorhaben und alle Fragen rund um Projektparameter oder technische und inhaltliche Voraussetzungen an die Geschäftsstelle Digitale Bibliothek der SLUB:

Team

Simone Georgi, Annika-Valeska Walzel und Andrea Hammes
erreichen Sie per E-Mail an:
landesdigitalisierung@slub-dresden.de

Gut zu wissen

Bereitstellung und Präsentation der Daten

Die Digitalisierung und Präsentation erfolgt grundsätzlich mit der Workflowsoftware Kitodo. Unter dem Dach von Sachsen.digital werden die Werke mit Verlinkung zu der besitzenden Einrichtung in einrichtungs- und themenspezifischen Kollektionen präsentiert. Für die im Landesdigitalisierungsprogramm entstehenden Digitalisate können unter bestimmten Voraussetzungen indexierungsfähige Volltexte angeboten werden. Das automatisierte Verfahren zur Texterkennung (OCR = Optical Character Recognition) erfolgt maschinell in industrieüblicher Qualität, manuelle Nachkorrekturen können nicht durchgeführt werden.

Langzeitverfügbarkeit

Als Archivbibliothek des Freistaates Sachsens übernimmt die SLUB die Archivierung und Verantwortung für die digitale Langzeitverfügbarkeit der im Programmverlauf entstehenden Digitalisate.

Verfahren und Dienstleistungen

Vorhandene Metadaten der zu digitalisierenden Werke sind Voraussetzung für die Aufnahme im Landesdigitalisierungsprogramm. Die dafür notwendingen Daten, wie Quelle des Online-Kataloges und ein geeigneter recherchierbarer Identifier, werden dem Objekt mitgegeben (z.B. SWB-PPN, RISM-Nr.). Auf Grundlage dieser Informationen fertigt die SLUB Metadaten für jedes Digitalisat im SWB-Katalog an, die nach Einbringen in die Workflowsoftware Kitodo mit ergänzenden Angaben versehen (Leihgeber etc.) werden. Anhand der SWB-Nummer ist das Objekt in Kitodo identifizierbar. Diesen vorbereitenden Maßnahmen schließt sich die Digitalisierung an.

Technische Standards

Für die technischen Standards der Digitalisierungsprojekte im Programm (z. B. Metadaten, Formate, Schnittstellen) sind die DFG-Praxisregeln „Digitalisierung“ in ihrer jeweils gültigen Form maßgebend. Sie sind abzurufen unter http://dfg.de/formulare/12_151/12_151_de.pdf. Die Digitalisierung kann vom zu digitalisierenden Original direkt oder ausnahmsweise von einem digitalisierungsfähigen Sekundärträger erfolgen (Mikroform u.a.).
 

(Fassung vom 15. März 2017 )