150 Jahre Dresdner Philharmonie: historische Aufnahmen, Konzertprogramme und -daten jetzt online

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Pünktlich zum Jubiläum des Orchesters können Sie digital in zahlreichen Quellen zur Aufführungsgeschichte recherchieren.

Wie klingt Beethovens Neunte auf Chinesisch? Welche Häppchen haben den Besuchern 1879 an der weißrussischen Grenze das Konzerterlebnis versüßt? Wie hat die Dresdner Philharmonie 1945 im vom Zweiten Weltkrieg gezeichneten Dresden gewirkt? Wann hat das Orchester erstmals in Amerika gespielt?

Aufnahmen, Konzertprogramme und -daten sind unverzichtbare Zeugnisse und erzählen die Geschichte(n) eines Orchesters. Die Dresdner Philharmonie prägt seit nunmehr 150 Jahren das kulturelle Leben der Stadt. Pünktlich zum Jubiläum sind jetzt sämtliche Programmzettel und -hefte ab 1870 frei online verfügbar.

Darüber hinaus wurden alle Konzerte des Orchesters seit seiner Gründung in einer Konzertereignisdatenbank erfasst – der Startschuss für musiconn.performance (dazu bald mehr an dieser Stelle). Damit ist es möglich, online auch nach selbst gewählten Begriffen zu suchen und umfassend zu recherchieren. So lässt sich zum Beispiel mit wenigen Klicks herausfinden, wie oft Kurt Masur Beethoven dirigiert hat, welche Pianisten im Jahr 1921 zu Gast bei der Dresdner Philharmonie waren oder wann Herbert Kegel sein letztes Konzert gab.

Seit 2015 arbeiten Philharmonie, SLUB und das Dresdner Stadtarchiv gemeinsam daran, die Archivbestände des Orchesters zu erfassen und im Rahmen des von der SLUB koordinierten Landesdigitalisierungsprogrammes für Wissenschaft und Kultur des Freistaates Sachsen anteilig zu digitalisieren. Das Ergebnis: 6.400 Konzertprogramme sind einsehbar, 8.200 Konzertereignisse bei musiconn.performance erfasst. In Kürze kommen noch einmal ca. 4.300 dazu.

Dr. Barbara Wiermann, Leiterin der Musikabteilung der SLUB: „Die Konzertprogramme der Dresdner Philharmonie sind wichtige Dokumente, um das Wirken, die Strahlkraft, aber auch die gesellschaftliche Verortung des Orchesters zu verstehen. Wann, für wen und wo hat es gespielt, wo war es in der Welt unterwegs? Ich kann nur jeden einladen, in der Datenbank zu stöbern, sie hält viele Überraschungen bereit. Wissenschaftlern bietet sie herausragende Möglichkeiten, sich mit Fragen der Repertoireentwicklung, Geschmacksbildung und Kanonisierung im bürgerlichen Konzertwesen auseinanderzusetzen.“ 

Konzertprogramme bei sachsen.digital
Gezielte Recherche bei musiconn.performance


Die Geschichte eines Orchesters ist in erster Linie Klang- und Interpretationsgeschichte. Neben den Konzertprogrammen haben wir deshalb gemeinsam mit der Philharmonie auch 138 Schellackplatten und 44 weitere Tonträger digitalisiert. Die meisten Schellackplatten enthalten Aufnahmen unter Leitung von Paul van Kempen aus den 1940er Jahren. Sie wurden von der Deutschen Grammophon aufgenommen und dokumentieren die enorme Qualität des Orchesters in jener Zeit. Die Platten stammen aus der Sammlung von Daniel Thiele, Cellist der Dresdner Philharmonie, und aus den Beständen der SLUB. Deren Digitalisierung war keine kleine Aufgabe. Eine Schellackplatte bietet lediglich rund drei Minuten Spielzeit pro Seite. Um alle Teile einer Aufnahme digital wieder zu einem stimmigen Ganzen zusammenzufügen, perfektionierten SLUB-Tontechniker Nathanael Wendt und Cellist Daniel Thiele gemeinsam Übergänge, Lautstärke etc.

Nun können Sie diese historischen Aufnahmen jederzeit in der SLUB Mediathek nachhören – ganz ohne Unterbrechung.
Darunter sind auch die Aufnahmen des Orchesters mit Beethovens Neunter Sinfonie von der legendären Chinatournee 1959 unter Leitung von Heinz Bongartz. "Freude schöner Götterfunken..." auf Chinesisch – ein außergewöhnliches Hörerlebnis!

In diesem Sinne: Happy Birthday, liebe Philharmonie – wir gratulieren zum Jubiläum und freuen uns auf weitere gemeinsame Projekte in den kommenden Jahren!

 

Die Geschichte der Dresdner Philharmonie digital
Konzertprogramme bei sachsen.digital

Gezielte Recherche bei musiconn.performance
Tonaufnahmen zum Nachhören in der SLUB Mediathek